Die Nomination von Dieter Egli – mein Kommentar

«Die Frauenfrage wird noch lange ein stolzes Problem der SP sein»

Ich nominierte Dieter Egli. Direkt gesagt: ich habe einen Mann vor einer Frau bevorzugt, in einer Partei, welche sich die Frauenförderung auf die Fahne geschrieben hat, und ich stehe dazu.

Eine ganze Basis tat das, ausserordentlich deutlich sogar. Dieter Egli verpasste das absolute Mehr im 1. Wahlgang mit nur einer Stimme. Für eine Partei, die sich schon seit langem mit Frauenthemen befasst, ist das ein Problem.

Da kommen wir schon zum ersten Punkt wo ich mich massiv ärgere: das Fingerzeigen auf andere Parteien und andere Gruppierungen. Es ist noch nicht lange her, da zeigte man auf die Grünen. Grund: sie stellten eine männliche Person als Regierungsratskandidat für die Ersatzwahl von Franziska Roth. Unsere Partei sagte ganz klar (so wirkte es zumindest in den Medien), dass es nicht geht in einer zurzeit reinen Männerregierung einen weiteren Mann zu nominieren. Aber jetzt passiert in meiner Partei genau das gleiche.

Mittlerweile wurde eine kompetente Frau bei den Grünen nominiert und ein Teil unserer Partei weiss nicht Besseres, als den Finger auf die eigene Geschäftsleitung zu zeigen.

Dabei ist es nicht die Aufgabe der Geschäftsleitung, eine Kandidatin in einer internen Wahl zu bevorzugen oder zu fördern. Eine Geschäftsleitung hat die Aufgabe, diese gegen aussen an die Bevölkerung zu tragen und gleichzeitig die eigenen Mitglieder zu pushen und für diese*n Kandidat*in auf die Strassen zu gehen. Was bei Yvonne Feri leider nur knapp scheiterte. In einer internen Wahl muss die Geschäftsleitung zu 100% transparent sein (was sie zugegebenermassen leider nicht vollends tat). Wichtiger aber noch ist die Neutralität, was sie dann aber auch vorbildlich tat.

Es ist weder die Aufgabe der Geschäftsleitung noch der Delegierten in einer internen Wahl eine Frau zu fördern. Es ist die Aufgabe der SP Frauen und die der JuSo diese Wahl zu ermöglichen.

So fand ich es grossartig, dass die JuSo 3 Kandidatinnen in das Regierungsratsrennen schickt. Es zeigt auf, dass die JuSo aus der Nomination von Dieter Egli die richtigen Schlüsse gezogen hat. Eigentlich steht mir die JuSo nicht so nahe, trotzdem kann ich diese Nomination unterstützten.

Warum habe ich Dieter Egli gewählt:

Er ist für mich der Kompetenteste für dieses Amt. Dies zeigt sich vor allem durch seine hervorragende Vergangenheit. Das Hearing war für mich nicht genügend ausschlaggebend. Sein gefüllter Rucksack mit Erfahrungen in Justiz und Sicherheit blieben überzeugend – auch nach dem Hearing. Er ist der geschliffene Mann für das Amt. Einfach eine Frau zu sein war für mich kein genügendes Kriterium.

Noch ein Einschub:
Es wäre mir lieber, ein soziales demokratisches gerechtes Parlament für Alle, bestehend aus Frauen und allen Lagern, als einen einzigen männlichen Populisten sehen zu müssen.
Ich brauche kein Geschlecht um mich vertreten zu fühlen. Andere schon (was legitim ist. Aber dann bitte nicht auf Andere zeigen).

Ich kann diesen Blogpost noch doppelt so lang führen:
Aber mein Punkt ist gesetzt. Die Frauenfrage bei Nominationen bleibt ein Grundproblem bei der SP.
Sie darf aber stolz sein dieses Problem zu haben,
denn wir scheuen uns nicht unsere Probleme anzugehen und parteiinterne Diskussionen zu führen wie keine andere Partei. Wir haben unsere Differenzen und dennoch wollen wir alle nur Eines:

Zusammen mehr Gerechtigkeit.

Die Pflege schützt ein Menschenrecht – die Gesundheit.

Heute, der 12. Mai, ist der Tag der Pflege. Ein Tag, an dem uns ein weiteres Mal gedankt wird. Aber eigentlich wird uns 365 Tage im Jahr gedankt. Wir bekommen ein Danke von Patient*innen und Bewohner*innen, von Angehörigen und Politikern und alle sind ganz besonders viel wert, doch letzteres sollte eigentlich ganz speziell sein.

Dieses Danke ist nämlich nicht einfach eines dass man auch bekommt wenn man sein Mittagessen auf den Tisch bekommt, es ist mit dem Wissen verbunden was wir jeden Tag aufwendiges leisten, für eine unmögliche Gegenleistung. Dies ist nicht den kranken Patienten oder den älteren Bewohner*innen geschuldet. Auch nicht den Angehörigen die sich um ihre Nächsten Sorgen machen. Dies ist allein den Politikern unseres Landes geschuldet. Jene Politiker*innen, die noch im Herbst unsere Arbeit als einen Bärendienst anerkennten, aber im gleichen Zug die Pflegeinitiative ablehnten. Weil es halt einfach nicht geht.

Es geht halt einfach nicht dass jene Menschen, die Leben retten und Kranke versorgen, mehr verdienen dürfen. Es scheint so, laut denselben Politiker*innen, dass es aber kein Problem ist Waffen, die Mord und Leid bringen, zu exportieren; sie sehen nur das Geld darin. Für die Menschen in unserem Land sind wir unbezahlbar. Dennoch wird an unserer Initiative geschraubt und getüftelt, dass es ja nicht zu Mehrkosten kommt. Wird dürfen nicht mehr Mittel in Form von Geld oder hochwertigerer Ausbildung bekommen, eine Art Dankeschön auf Schwarz-Weiss in einem Gesetzbuch dass laut Parlament reichen sollte.

An diesem heutigen Tag gibt es kein Fest für uns. Unsere Arbeit wird die gleiche sein wie Gestern und sie wird Morgen noch gleich bleiben. Wenn sich die Politik aber nicht bald ändern wird, wird die Arbeit eines Tages die Grenze überschritten haben. Die Pflege hat ihre Forderungen, aber richtig durchsetzen kann sie diese nicht. Denn wenn die Pflege streikt werden Menschen sterben.