Kein Jahr zeigte besser, warum die Pflege so essenziell für unsere Gesellschaft ist. Die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie dienen für den Schutz der Risikofälle aber auch um die Spitäler und im Endeffekt die Pflege selbst nicht zu überlasten.

Wir leben in einer Zeit in der mehr Menschen älter werden, als junge Menschen berufstätig werden. Es kommt zu einer Dysbalance. Die Pflege erreicht schon in einem Normalbetrieb unglaubliche Leistungen. Der normale Alltag ist geprägt davon dass jederzeit einfach die Arbeitssumme, die nötige Zeit und das eingesetzte Personal übersteigt. In der Pandemie sind diese Vorfälle bereits schlichter, nervenaufreibender Alltag.

Mein persönlicher Erfahrungsbericht dazu:

Überwintern mit Corona – Fabio Haller

Heute gilt wer wirklich dem Pflegepersonal danken möchte, der braucht nicht zu klatschen. Es gilt etwas ganz einfaches zu tun. Am 28. November ein Ja für die Pflegeinitiative einzulegen.

Wenn wir unser Pflegepersonal weiterhin so behandeln wie wir es jetzt tun, dann wird es in weniger als 10 Jahren bis zu 65’000 zusätzlichen Pflegenden fehlen.

Fachmänner* und Fachfrauen* Gesundheit zählen mit den KV Berufen zu den beliebtesten Lehrstellen unter Jugendlichen. Dennoch reicht dies nicht aus. Denn schlussendlich steigen jährlich 2’400 Pflegefachkräfte aus dem Beruf wieder aus. Knapp ein Drittel vor dem 35. Lebensjahr.

Es ist alarmierend. Denn es zeigt auf dass dies ein Beruf ist den man gern haben möchte. Es kann ein sehr dankbarer Beruf sein. Die Dankbarkeit will die Politik aber nicht zeigen.

Das Ziel muss eine Ausbildungsoffensive sein, so wie es schon der Gegenvorschlag antreibt. Dies bringt aber rein gar nichts wenn Pflegende schon wieder aus der Branche aussteigen. Es muss gerechte Arbeitsbedingungen geben. Eine korrekte Dienstplanung die nicht in einem Burnout endet. Es braucht eine gerechtere Entlöhnung die auch das widerspiegelt was von uns immer gesagt wird. Wir sind systemrelevant.

Wenn all dies stimmt, gibt es genügend Fachkräfte und dann kann man auch die Pflegequalität gewährleisten. Für jeden Patient und Senior*in. Dann haben wir wieder Zeit für unsere Klienten, es geschehen weniger folgenschwere Pflegefehler und die Kosten im Gesundheitswesen können anderswo präventiv gesenkt werden.

Jeder der dankbar ist zu der Pflege was er für sie*ihn geleistet hat oder seinen Nächsten. Der steht am 28. November vor einer Schicksalsfrage. Ob sie denn auch etwas für diese Dankbarkeit geben möchte und weiterhin eine für die Schweiz würdige Pflege möchte.

Wir jedenfalls möchten weiterhin da sein, wenn Sie uns brauchen.